Gründungszeit

Der Bregenzer Grafensohn und spätere Bischof von Konstanz
Gebhard II. (949-995) gründete vor etwa 1000 Jahren das Kloster Petershausen. Die Chroniken berichten, dass der für die Klostergründung vorgesehene Platz zunächst keinesfalls ideal erschien – er war sumpfig und feucht, das Quaken der Frösche störte und hätte dem Kloster beinahe den Namen „Froschenzell“ eingebracht. Dennoch wurde im Jahre 983 mit dem Bau der Klosterkirche begonnen. Sie sollte wie Alt-St. Peter in Rom nach Westen ausgerichtet sein und ebenfalls eine Kuppel erhalten. Aus diesem architektonischen Gemeinsamkeiten leitet sich schließlich auch der Name „Petridomus“ bzw. „Petrihusa“ ab.

Wiederaufbau

Die ersten Gebäude des Klosters bestanden nur kurze Zeit. 1159 brannte es bis auf die Grundmauern nieder. Zum zweiten Mal zerstört wurde es 400 Jahre später im Gefolge der Religionskriege. Da sich Konstanz der Reformation anschloss, wurden auch die Mönche vertrieben. Ein neues klösterliches Gemeinschaftsleben war erst wieder mit dem Ende des 30-jährigen Krieges möglich. Das Kloster erhielt den enteigneten Boden zurück, die Abtei erlebte eine neue, letzte Blütezeit. Die Säkularisierung von 1802 bedeutete für das Kloster die endgültige Schließung. Es diente von da an verschiedenen Zwecken: als Schloß für die Söhne des Markgrafen von Baden, als Militärhospital, später als Kaserne. Nachdem das markgräfliche Haus für die Klosterkirche keine Verwendung mehr hatte, wurde sie 1831/32 abgebrochen. Heute erinnert nur noch ein Stück vom Kreuzgang an sie. Der heutige Sitz der Musikschule diente ehemals als Prälatur. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Verlängerungsbau der Abtei errichtet. Ihre aufwendige Ausstattung mit prachtvollen Stukkaturen zeugt davon, dass die ehemalige Reichsabtei Petershausen neben den Klöstern St. Gallen und Reichenau die bedeutendste Abtei des Bodenseeraums war.

Restauration

Neben dem alten Audienzsaal mit einer Spätrenaissance-Holzkassettendecke und dem ehemaligen Regierungszimmer ist vor allem der sog. Kammermusiksaal ein Beispiel prachtvoller historischer Ausschmückung. Er besticht durch seine reich gestaltete Decke, die durch Unterzüge in vier rechteckige Felder unterteilt ist. In diese Felder wurden geschweifte Barockrahmen einstuckiert, die Bandwerk mit Blüten, Früchten und figürliche Darstellungen zeigen. Innerhalb der Rahmen werden wahre Begebenheiten aus dem Leben der Mönche datailgenau dargestellt. Die Erneuerung der Stukkaturen lag in den Händen des Konstanzer Restaurators Andreas Scheideck, der die aufwendigen Arbeiten sehr sachkundig ausgeführt hat.